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Datum 26. Januar 2012
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Schwarzgelbe Scharlatanerie: Wie durch Stellenabbau Lehrermangel bekämpft werden soll

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, sprach heute im Sächsischen Landtag in der Aktuellen Debatte zum Lehrermangel. Kernbotschaften ihrer Rede waren:
„Genau zwei Jahre nach der ersten Veröffentlichung der besorgniserregenden Zahlen zum Einstellungsbedarf für Lehrkräfte bis 2019/20 hat die Staatsregierung das Weihnachtspaket ‚Bildungspaket Sachsen 2020‘ vorgelegt. Die Regierung hatte nicht nur viel Zeit, das drängende Problem gründlich zu beraten, sondern es gab auch ausreichend Vorschläge. Doch stattdessen wird der Öffentlichkeit ein Paket präsentiert, das mehr Fragen als Antworten aufwirft und sich als plumpes, mediales Täuschungsmanöver entlarvt. Nichts ist beschlossen, der Haushaltsvorbehalt steht und es ist noch nicht einmal klar, ob das Geld zusätzlich zur Verfügung steht oder sogar aus dem Haushalt des Kultusministeriums an anderer Stelle entnommen wird. Dabei ist jedem klar, dass das drängende Problem des Lehrernachwuchses nicht ohne zusätzliches Geld zu lösen sein wird. Kein Wort zu den Lehrerstellen, die im Jahr 2019/20 noch existieren sollen, obwohl hier der größte Streit in der Staatsregierung zwischen Kultus- und Finanzministerium existiert. Werden nach dem Willen des Finanzministers in den kommenden Jahren tatsächlich 6.000 Stellen abgebaut, dann droht den Schulen der Kollaps. Kein Wort zum Thema Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention; ohne zusätzliche Lehrerstellen ist das nicht zu realisieren. Zu Recht schlugen die Wogen hoch, als der Kultusminister dann auch noch via Presse ankündigte, Lehrkräfte aus Bayern unter Beibehaltung des Beamtenstatus anzuwerben. Wie blauäugig muss man sein, um allen Ernstes zu meinen, damit das Problem lösen zu können? Wie ignorant ist ein Arbeitgeber gegenüber seinen Beschäftigten, die er von Zeit zu Zeit nicht vergisst, öffentlich zu loben, um ihnen jetzt bei bundesweit schlechtester Bezahlung trotz 30 und mehr Arbeitsjahren junge, deutlich besser bezahlte und verbeamtete Kollegen an die Seite zu stellen? Das schwarzgelbe Bildungspaket ist bestenfalls ein gut getarnter Zauberkasten, dessen Lösungen im Verborgenen liegen. Im schlechtesten Fall ist es eine üble Täuschung der Öffentlichkeit und der Abgeordneten, hinter der ein weiterer Stellenabbau und eine verheerende Bildungsabbaustrategie steckt.“ Das Positionspapier der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag „Mehr Lehrer braucht das Land! Sicherung der Zukunft der sächsischen Schulen – Sicherung des Lehrerbedarfs.“ finden Sie unter:

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