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Datum 06. September 2013
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Für eine „Straße der Industriekultur“ - Am Tag des offenen Denkmals Industriekultur würdigen

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 8. September:
„Das Motto des Denkmaltages am kommenden Sonntag lautet ‚Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?‘ Ein spannendes Motto! Denn kaum jemand zweifelt in Sachsen daran, dass Schlösser, Burgen und Gärten zu den erhaltenswerten Denkmälern gehören, in die in den letzten Jahren sehr viel Geld investiert wurde. Aber was ist mit den ‚unbequemen Denkmalen‘, den Industriedenkmalen, den Gebäuden aus der Nachkriegs- und DDR-Zeit, wie z.B. der Kulturpalast in Dresden? Viel zu oft werden sie nur als ungewolltes Erbe gesehen, das Stadtplanern und Architekten im Weg steht. Größte Baustelle ist daher zurzeit der Umgang mit der Industriekultur und den damit verbundenen Industriedenkmalen. Sachsen tut sich damit schwer. Noch immer fehlt ein klares politisches Bekenntnis der Staatsregierung und eine verlässliche Finanzierung, die Planbarkeit herstellt. Natürlich kann und soll nicht jedes Industriegebäude des 18. oder 19. Jahrhunderts erhalten und restauriert werden. Ein Expertenbericht hat aber aufgezeigt, wie man eine ‚Straße der Industriekultur‘ entlang der zentralen, kultur- und industriegeschichtlich bedeutsamen Denkmale gestalten könnte. Sachsen war und ist ein Industrieland. Aber dazu müssen die stählernen und steinernen Zeitzeugen selbst ‚sprechen‘ können. Der Freistaat muss hier eine Lösung finden, die es nicht den Kommunen oder einem kleinen, unterfinanzierten Zweckverband überlässt, diese für Sachsen insgesamt kulturhistorisch bedeutsame Aufgabe zu schultern. Bleibt zu hoffen, dass im Zuge der Vorbereitung der nächsten Landesausstellung ein erster und nicht wieder umkehrbarer Schritt in Richtung ‚Straße der Industriekultur in Sachsen‘ beschritten wird. Schließlich wurde der Bau von Schlössern, Burgen und Gärten damals wie heute erst dadurch möglich, dass in den Industrie- und Handwerksbetrieben fleißig gearbeitet wurde. Und ein weiteres Problem stellt sich in Sachsen dar: Der Denkmalschutz ist im Innenministerium angesiedelt, gemeinsam mit Städtebau und Stadtumbau – damit also auch mit dem Abriss. Denkmalschutz sollte aber wie in anderen Bundesländern auch vor allem unter kultureller Sicht betrachtet werden. Denn es gilt, immer wieder über den Erhalt oder die Zerstörung von Kulturgut zu entscheiden.“

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