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Datum 12. Juli 2012
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Forsythe sollte nicht zur Debatte stehen!

Leserbrief zur aktuellen Diskussion über die Verlängerung des Vertrages der Stadt Dresden mit der Forsythe–Company (erschienen in abgewandelter Form als Beitrag in der DNN)
Andere Großstädte würden sich glücklich schätzen, einen der bedeutendsten Choreografen des Modernen Tanzes binden zu können. In Dresden bricht der Provinzialismus wieder aus und ist geneigt – wieder einmal – die moderne und zeitgenössische Kunst auszubremsen und aus der Stadt zu jagen. Mit dem Ballett der Semperoper, der einzigen europäischen Hochschule des Tanzes und der Forsythe Company ist in Dresden ein einmaliges Netzwerk des klassischen und modernen Tanzes entstanden. Davon profitieren nicht nur die Bevölkerung und die Touristen, sondern vor allem auch die jungen Tänzer aus aller Welt an der Palluca Hochschule und nicht zuletzt der Weltkulturerbebewerber Hellerau. Dresden hat eine Exzellenzuni und zieht kreative Köpfe aus aller Welt an, auch weil das umfangreiche Kulturangebot die Köpfe anregt und begeistert. August der Starke hat die Basis mit seiner Weltoffenheit und seinem Hang zum Modernen gelegt. Warum schaut Dresden immer mehr zurück als nach vorn, wenn es um Kunst und Kultur geht? Dabei bilden wir in drei (!) staatlichen Kunsthochschulen junge Künstler aus, die sicher auch gern in Dresden ihr Können zur Schau tragen würden, wenn sie denn hier willkommen wären. Offenbar haben auch einige Stadträte vergessen, dass die Kooperationsvereinbarung mit der Company nicht allein Angelegenheit der Stadt Dresden ist. Sie ist ein Vier-Seiten-Vertrag zwischen Sachsen, Hessen, Dresden und Frankfurt a. M.. Die Stadt Dresden übernimmt im Rahmen eines Stadt-Land-Vertrages mit einem Beitrag von 1,5 Mio. € den sächsischen Anteil. Damit leistet die Stadt einen Eigenbeitrag für den immensen Nutzen der zahlreichen vom Land finanzierten Kultureinrichtungen wie Schauspielhaus, Semperoper oder Staatliche Kunstsammlungen. Es ist somit falsch, den Eindruck zu erwecken, als ob bei Kündigung des Vertrages durch die Stadt Dresden diese Mittel in andere Kulturprojekte der Stadt wie z.B. die freie Kulturszene fließen könnten. Hier muss die Stadt schon mehr eigene Anstrengungen unternehmen, so wie es Leipzig und Chemnitz mit deutlich mehr Mitteln tun.

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