Über mich Aktuelles Landtag Wahlkreis Termine Kontakt Archiv Impressum
Bildungspolitik Kulturpolitik Reden Parlamentarische Anfragen
width=1
Datum 03. Dezember 2013
Verfasser

Immer mehr Schüler verlassen in Sachsen die Schule ohne Hauptschulabschluss

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
„Während im heute vorgestellten internationalen Leistungsvergleichstest PISA 2012 festgestellt wurde, dass der Anteil der Schüler in Deutschland, die keine Grundkompetenzen in Mathematik, Lesen oder den Naturwissenschaften besitzen leicht gesunken ist (in Mathematik von ca. 22 Prozent auf 17,7 Prozent), berichtet das Sozialministerium im aktuellen „Strukturatlas des Landesjugendamtes“, dass der Anteil der Schüler ohne Hauptschulabschluss 2012/13 bei 10,1 Prozent liegt und damit höher ist als im Jahr 2008/09 (8,8 Prozent). Gleiches trifft auf die Schüler mit Hauptschulabschluss zu: waren es 2008/09 noch 8,6 Prozent, so sind es 2012/13 bereits 10,3 Prozent der Absolventen. Jeder fünfte Schüler verlässt damit in Sachsen die Schule mit keinem oder einem sehr niedrigen Schulabschluss und hat nur schwer eine Chance auf eine berufliche Ausbildung. Das ist ein bildungspolitischer Skandal und ein Armutszeugnis für die seit 23 Jahren maßgeblich von der CDU gestaltete Bildungspolitik! Besonders betroffen sind die Jungen, die anteilig jeweils 60 Prozent der Schulverlierer ausmachen. Im Vergleich dazu sind es auch die Jungen, die nur zu 45 Prozent eine Hochschulreife erreichen. Insgesamt ist Sachsen auch hier Schlusslicht bei der Zahl der Schüler mit Hochschulreife mit lediglich 28,5 Prozent (2008/09: 38 Prozent; Deutschland: 36 Prozent) Diese Ergebnisse sind ernüchternd vor dem Hintergrund, dass die Landesregierung in den letzten vier Jahren auf jede Anfrage der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag zu dem Thema mit einem neuen EU- Förderprogramm für leistungsschwache Schüler geantwortet hat. Keines dieser zahlreichen Programme wurde gründlich evaluiert. Die ständige Befristung der Programme hat nicht zu einer kontinuierlichen Förderung der Schüler und Schülerinnen führen können. Auch aktuell wird es wieder zu einem Einbruch kommen, da die Programme 2014 auslaufen, sie keine Anschlussfinanzierung erhalten, die abschlussgefährdeten Schülern eine zweite Chance geben sollen und mit EU–Mitteln über die Bundesregierung gefördert sind. Die Landesregierung fühlt sich dafür nicht zuständig. Damit stehen nicht nur die dort Beschäftigten auf der Straße, sondern vor allem die betroffenen Schüler haben das Nachsehen. Die CDU/FDP-Landesregierung hat sich als unfähig erwiesen, das Problem der Förderung leistungsschwacher Schüler in den Griff zu bekommen. So wird Sachsen bald auch seine Stellung als PISA-Sieger verlieren.“ Der „Sozialstrukturatlas des Landesjugendamtes für den Freistaat Sachsen“ ist der Pressemitteilung angefügt.

width=1
zurück