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Datum 18. Juli 2014
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Droht Dresden ein Bildungsnotstand?

Zur thematischen Informationsveranstaltung über die aktuelle Situation an Dresdens Schulen kamen zahlreiche Besucher in die Aula des St. Bennogymnasiums. Gemeinsam erörterte man die Missstände und ihre Ursachen an Dresden öffentlichen Schulen.
„Überfüllte Klassen, zu wenige Integrationsangebote für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, zu wenig Lehrerinnen und Lehrer, unzählige Ausfallstunden, hoher Sanierungsbedarf – so sieht leider die Realität an den Schulen insbesondere in den Großstädten aus. Aber auch in den ländlichen Regionen wirkt sich vor allem der zunehmende Lehrermangel negativ auf die Qualität der Bildung aus. Eltern-, Schüler- und Lehrerverbände protestieren seit Langem gegen diese Entwicklung, die sich in der Vorbereitung des neuen Schuljahres weiter zuspitzt. Dresdens Bevölkerungswachstum ist positiv. Aber es fehlt an ausreichenden Schulplätzen und zunehmend auch an den notwendigen Lehrkräften“, so Dr. Eva-Maria Stange, Bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. Eine wesentliche Ursache für diesen faktischen Bildungsmangel in Sachsen sieht sie im fehlenden Personalentwicklungskonzept. Dabei bestehe aufgrund des beginnenden großen Generationswechsels an den Schulen dringender Handlungsbedarf. Dazu komme die seit Jahren anhaltende restriktive Sparpolitik der CDU/FDP-Landesregierung, die nun auch massiv den Bildungsbereich trifft. So komme es bereits heute zum Mangel an qualifizierten Lehrkräften, obwohl (noch) genügend Bewerber vorhanden sind. „Die sächsische SPD weist seit 2010 auf diese Entwicklungen hin. Bis zum Jahr 2022 werden die Schülerzahlen kontinuierlich ansteigen. Das trifft vor allem die Städte Dresden und Leipzig. Dann sind etwa 20.000 Schüler mehr in den Schulen. Allein dafür brauchen wir zusätzliches Lehrerpersonal. Bis 2020 werden etwa 9.000 (ein Drittel der heute beschäftigten Lehrer) und bis 2030 sogar ca. 80% den Schuldienst meist altersbedingt verlassen. Dieser Generationswechsel bei gleichzeitigem Anstieg der Schülerzahlen muss bereits heute mit zusätzlichen Einstellungen beantwortet werden. Dazu ist die Landesregierung aktuell aber nicht bereit. Stattdessen versucht sie das Fehlen von Lehrkräften durch eine „Optimierung“ der Klassenbildung zu kaschieren. Deshalb haben wir heute zumeist die bis auf den letzten Platz gefüllten Klassen“, so Stange. In Dresden würde diese Situation noch durch fehlende Schulplätze und den hohen Sanierungsstau verstärkt. So sei von der Stadtverwaltung viel zu spät auf die wachsenden Schülerzahlen und den hohen Sanierungsbedarf an den Schulen reagiert worden. Stadtrat Albrecht Pallas sagte dazu: „Bis vor drei Jahren hat die Verwaltung die steigenden Schülerzahlen komplett ignoriert. Das hat zur Folge, dass die Stadt jetzt alle Kräfte aufbringen muss, um den großen Platzbedarf in allen Schularten zu decken. Paradox ist, dass wir im aktuellen Haushalt so viel Geld wie niemals zuvor für Schulbau vorgesehen haben, aber kein Cent in reine Schulsanierung investiert werden kann. In den kommenden Jahren müssen wir weiter so viel investieren, um den Sanierungsstau abzubauen. Hier ist auch Freistaat gefordert. Die Großstädte brauchen dafür größere finanzielle Unterstützung. Unter Schwarz-Gelb ist das leider nicht zu erwarten.“ In den Anlagen kennen Sie die genauen Zahlen und Fakten vor allem zum Lehrermangel nachverfolgen sowie einen Einblick über alle diskutierten Themen und Thesen einsehen.

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