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Datum 04. Juni 2014
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Staatsregierung schafft Schulchaos - Herr Tillich, handeln Sie endlich!

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
„Nachdem die Bildungsagentur einen Tag vor Ablauf der festgelegten Frist öffentlich darüber informierte, dass erst mit einer Woche Verspätung, am 12. Juni, die Schulzuweisung für das kommende Schuljahr die Eltern erreichen, ist die Wut zurecht groß. Wer nicht den gewünschte Schulplatz für das kommende Schuljahr erhält und mit der Zuweisung durch die Bildungsagentur nicht einverstanden ist, muss dagegen Widerspruch einlegen. Das kostet Zeit und Geld. Damit wird die Möglichkeit, sich wirksam für eine freie Schulwahl durchzusetzen bis zum Beginn des neuen Schuljahres mehr als knapp. Doch damit nicht genug: Auch bestehende Klassen werden zerrissen und aufgeteilt, ohne Rücksicht auf Raumgrößen oder besondere Situationen z.B. durch Integrationskinder. Kinder werden wie Schachfiguren hin und her geschoben. Die Ursache für dieses Chaos ist der zunehmende Lehrermangel bei gleichzeitig steigenden Schülerzahlen. Das Kultusministerium hat kein Personalentwicklungskonzept, um den großen Generationswechsel in den Schulen zu gestalten. Statt wie von der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag seit Jahren gefordert, mindestens 2.500 Lehrkräfte zusätzlich zum jährlichen Ersatzbedarf für altersbedingt ausscheidende Lehrkräfte bis 2020 in den Schuldienst einzustellen, streicht der Finanzminister, dass es nur so schmerzt. Statt langfristiger Planung, steht heute noch nicht einmal fest, wie viele Lehrer im Jahr 2015 beschäftigt sein werden. Mehr als 540 Lehrerstellen werden durch Abgang zum Ende dieses Schuljahres frei. Das Finanzministerium hat erst Anfang Mai nach langem Zögern die Einstellung für 590 Lehrerstellen genehmigt. Damit wird der seit Jahren anhaltenden Mangel zum Dauerprogramm erklärt. Die Bildungsagenturen und die Schulträger versuchen sich in diesen Tagen kurzfristig im Krisenmanagement. Doch auch das braucht Zeit und wird in den nächsten Wochen viel Ärger mit wütenden Eltern und Schulleitern provozieren. So hat das Kultusministerium in letzter Minute die Anweisung zur „Komprimierung“ der Klassen herausgegeben, um die Klassenobergrenzen dort wo möglich bis zu 28 Schülern auszulasten. Zwischenzeitlich wandern erneut hunderte ausgebildete Lehrer in andere Bundesländer ab, weil sie dort eine sichere Stelle bekommen. Im kommenden Schuljahr werden 4.400 Schüler mehr die Schulen in Sachsen besuchen. Das trifft vor allem die Schulen in Großstädten, die schon heute aus allen Nähten platzen und wo Unterrichtsausfall aufgrund mangelnder Lehrerversorgung auf der Tagesordnung steht. Hinzu kommt, dass ohne zusätzliches Personal kleine Schulen auf dem Lande aufgrund eines Moratoriums - oder besser Wahlgeschenkes - zumindest noch für das kommende Schuljahr erhalten bleiben sollen. Erneut lässt der Ministerpräsident eine Kultusministerin allein mit den Problemen, obwohl der Rücktritt des ehemaligen Kultusministers Wöller und des langjährigen bildungspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion vor zwei Jahren deutlich genug das Dilemma der Lehrerunterversorgung zum Ausdruck brachten. Wer trägt für dieses Desaster dieses Mal die Verantwortung? Herr Tillich handeln Sie endlich!“

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