Über mich Aktuelles Landtag Wahlkreis Termine Kontakt Archiv Impressum
2009 2010 2011 2012 2013 2014
width=1
Datum 20. Mai 2014
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Kommendes Schuljahr erneut mit vollen Klassen und Unterrichtsausfall - SPD-Fraktion legt morgen Antrag zur sofortigen Einstellung von zusätzlichen Lehrkräften vor

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
„Obwohl die Schülerzahlen auch im kommenden Schuljahr um ca. 4.500 ansteigen wird es kaum mehr Lehrer in den Klassenzimmern geben. Die aktuellen Verkündigungen des Kultusministeriums zu den Einstellungen im kommenden Schuljahr verschleiern die tatsächliche Situation in den Schulen. Offenbar vertraut das Ministerium darauf, dass keiner mehr dem Zahlensalat folgen kann. Das erinnert stark an das sogenannte Bildungspaket kurz vor Weihnachten 2011. Nur drei Monate später offenbarte der zurückgetretene Kultusminister Wöller, dass es sich dabei eigentlich um ein Einsparpaket gehandelt hat und wollte dafür die Verantwortung nicht mehr übernehmen. Seit dem hat das Finanzministerium das Ruder übernommen und lässt die Kultusministerin bis zum letzten Moment zappeln. Seit April haben sich mehr als 1.000 Lehrkräfte für den Schuldienst beworben. Dazu kommen die mehr als 600 Lehrer, die in den Schulen mit befristeten Verträgen bis zum Ende des Jahres die Lücken schließen. Keiner hat bisher eine Antwort erhalten. Viele werden daher auch in diesem Jahr Sachsen den Rücken kehren und in Bundesländer abwandern, die nicht nur schneller auf die Bewerbungen reagieren, sondern auch noch bessere Bedingungen bieten. Die vom Finanzministerium bewilligten Neueinstellungen von 1.000 Lehrkräften decken weder den tatsächlichen Bedarf für die aus dem Dienst ausscheidenden Lehrkräfte noch für die wachsenden Schülerzahlen. Die Staatsregierung bleibt damit auch hinter dem eigenen Haushalt zurück. Dort waren zusätzlich 274 Stellen beschlossen worden. Derzeit befürchtet die SPD-Fraktion sogar, dass unter dem Strich weniger unbefristete Lehrkräfte in den Schulen sind, als im Haushaltsplan beschlossen. Die Staatsregierung pokert permanente mit hunderten befristeten Arbeitsverträgen, die nicht nur viele Bewerber abschrecken, sondern auch für die Schulen keine kontinuierliche Planung ermöglichen. Bisher kann das Kultusministerium keine Antwort darauf geben, wie es in den kommenden Jahren trotz steigender Altersabgänge (jährlich mehr als 1.500) und wachsender Schülerzahlen bis 2020 weitergehen soll. Ganz zu schweigen von zusätzlichem Personal für die Integration behinderter Kinder in die Regelschule. Die Staatsregierung hat keinen Plan für den Generationenwechsel. Der Rechnungshof hat bereits zurecht die fehlende Personalentwicklungsplanung gerügt. Hier wird Zukunft verspielt und Lasten massiv verschoben. Die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag wird am Mittwoch erneut einen Antrag zur sofortigen Einstellung von zusätzlichen Lehrkräften einbringen. Bis 2019/20 sollen demnach 2.500 zusätzliche Stellen zum reinen Ersatzbedarf für die ausscheidenden Lehrkräfte geschaffen werden, auch um die wachsenden Anforderungen der Schulen zu schultern. Die heute 27.488 Lehrerstellen sollen dann auf ca. 30.000 angewachsen. Nur wer aktuell und zeitnah den neu ausgebildeten Lehrkräften eine Einstellungschance gibt, wird die Situation in den kommenden Schuljahren beherrschen können.“

width=1
zurück