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Datum 29. Januar 2014
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Werkstättenneubaupläne gefährden den Volkspark Briesnitz

In der vergangenen Ortsbeiratssitzung wurde am Rande der Vorstellung eines Stadtratsantrags zum Umzug des tjg in das Kulturkraftwerk Mitte auch der notwendige Neubau der Werkstätten für das tjg sowie die Staatsoperette erwähnt. Seitdem erregen sich zurecht die Gemüter im Dresdner Westen.
Vor allem der Umfang und die Art und Weise, wie sie eher beiläufig an die Öffentlichkeit drangen, enttäuschen. In den vergangenen Jahren haben sich viele Anwohner, Initiativen und Ämter der Landeshauptstadt Dresden sehr für das Wiederaufleben des Volksparks Briesnitz eingesetzt. Zusammen setzten sie zunächst dessen Sanierung und Verschönerung durch, veranstalteten seit Jahren das bei den Anwohnern beliebte Briesnitzfeuer, installierten ein behindertenge-rechtes Labyrinth und erinnerten im vergangenen Jahren durch eine gemeinsame Reben-pflanzung an die Weintradition an den hiesigen Elbhängen. Eine jahrelange ehrenamtliche Leistung, die Anerkennung statt Ignoranz fordert. Seit dem Stadtratsbeschluss zum Umzug des tjg in das Kunstkraftwerk Mitte diskutieren Initiativen und Anwohner über eine sinnvolle Nachnutzung des Geländes im Sinne der Entwicklung des gesamten Ortsamtsbereichs Cotta. Auch nach dem Wegzug des tjg soll das Gelände ein Ort der Kultur und Erholung bleiben – insbesondere für die vielen Familien, die es aktuell in diesen Stadtteil zieht. Doch die ersten Entwurfspläne für den zentralen Werkstättenneubau scheinen alles bisher Erreichte zu gefährden. So droht hierdurch eine beinah komplette Bebauung der bisherigen Freifläche zwischen dem Kinder- und Jugendhaus Insel und dem tjg. Das Briesnitzfeuer wäre dann endgültig Geschichte. Insgesamt würde die entstehende `Betonwand´ nicht nur symbolisch die Einheit des Volksparkgeländes aufheben. Viele Aktive würden darüber hinaus auch den Glauben an die Sinnhaftigkeit von ehrenamtlichem Engagement verlieren, wenn an anderen Stellen – ohne Kenntnis der örtlichen Gemengelage sowie ohne Vorabinforma-tion und Gesprächssuche – beschlossen würde, ihre vergangenen Bemühungen faktisch für null und nichtig zu erklären. Daher scheint es dringend geboten, dass einerseits die beauftragte Planungsfirma sowie deren kommunale Aufsichtsgremien, schnellstens das Gespräch mit den Akteuren vor Ort zu suchen. Und zweitens sollten die zuständigen Behörden prüfen, inwieweit eine Sanierung bzw. ein Neubau unter Einbezug der bisherigen Werkstättengebäude an Ort und Stelle möglich wäre, ohne den freilich erforderlichen Werkstättenparallelbetrieb sowie den schützenswerten Volksparkcharakter zu gefährden. Denn über zwei Dinge sind sich alle einig: Erstens benötigen tjg und Staatsoperette neue Werkstätten. Und zweitens sollen diese am bisherigen tjg-Gelände angesiedelt sein.

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