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Datum 13. Januar 2014
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Jeder zehnte Schüler in Sachsen ohne Chance - Landesregierung muss handeln anstatt sich in den PISA-Ergebnissen zu sonnen

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:

„Die Zahl der Schulabgänger ohne einen anerkannten Hauptschulabschluss ist erneut angestiegen. Knapp 2.600 Schulabsolventeninnen- und Absolventen haben im Schuljahr 2012/2013 keinen anerkannten Hauptschulabschluss erworben. Im Vorjahreszeitraum waren es 2.288 Schüler. Somit verlässt jeder zehnte Jugendliche die Schule ohne wirkliche Chancen auf eine existenzsichernde Arbeitsstelle. Für ein reiches Land wie Sachsen ist das eine Schande und ein gesellschaftlicher Skandal. Die Landesregierung experimentiert seit Jahren mit unzähligen Projekten, ohne die tatsächlichen Ursachen anzupacken. Wenn mehr als 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss aus einer Förderschule kommen, dann liegt die Ursache im Schulsystem und nicht bei den einzelnen Schulen. Genauso wenig ist den Schülerinnen und Schülern oder gar den Lehrerkräften ein Vorwurf zu machen. Sie alle geben ihr Bestes, um den Jugendlichen zu helfen, die viel zu früh mit Lernschwächen oder Verhaltensauffälligkeiten abgeschoben werden. Integriert in den Regelschulen mit einer guten individuellen Unterstützung und gemeinsam mit leistungsstärkeren Kindern in einer anregenden Lernumgebung hätten viele dieser Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf eine deutlich bessere Chance auf einen erfolgreichen Schulabschluss. Die Förderschule ist kein ‚Schonraum‘, wie manche Befürworter dieses selektierenden Schulsystems behaupten. Sie ist das Abstellgleis aus dem es kaum ein Weiterkommen gibt. Die Landesregierung sollte endlich aus ihrem PISA-Taumel erwachen und den Kindern eine Chance geben, die es im Leben in der Regel nicht so leicht haben wie ein Akademikerkind.“



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