Über mich Aktuelles Landtag Wahlkreis Termine Kontakt Archiv Impressum
2009 2010 2011 2012 2013 2014
width=1
Datum 21. August 2013
Verfasser

Immer mehr Schüler, immer weniger Lehrer!

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
„Zu Beginn des neuen Schuljahres schmerzt es an allen Ecken und Kanten: Denn während die Schülerzahl im neuen Schuljahr 2013/14 erneut um ca. 3.600 ansteigt, bleibt die Zahl der Lehrkräfte weiter auf dem niedrigen Niveau von 2012/13 stehen. Im vergangenen Schuljahr haben 721 Lehrerinnen und Lehrer (das sind 590 Vollzeitäquivalente) den Schuldienst verlassen. Wenn jetzt 510 Lehrerstellen unbefristet besetzt und zusätzlich 82,6 Lehrerstellen entfristet werden, werden damit lediglich die 590 freigewordenen Lehrerstellen annähernd genau ersetzt. Der aktuelle Doppelhaushalt sieht für das beginnende Schuljahr 27.488 Lehrerstellen vor. Das sind zwar 257 Stellen mehr als im Schuljahr 2012/13, aber immer noch ca. 100 Stellen weniger als im Schuljahr 2011/12. Gemessen an den wachsenden Schülerzahlen müsste der Stellenzuwachs mindestens bei 300 Stellen liegen, um die Unterrichtsbedingungen von 2012/13 (Schüler je Stelle) wenigstens konstant zu halten; ganz zu schweigen von einem zusätzlichen Bedarf für die Verringerung des Unterrichtsausfalls und vernünftigen Integrationsbedingungen. Darüber hinaus werden diese 257 zusätzlichen Stellen nur befristet besetzt. Unsäglich ist auch das Vertretungslehrer-Programm: Demnach sollen 200 meist junge Lehrkräfte bis zum 31. Dezember 2013 als Springer beschäftigt werden. Sie können in jeder Schulart und an jedem Ort innerhalb eines Regionalschulamtes – es sei denn, der Bedarf macht einen überregionalen Einsatz erforderlich – eingesetzt werden. D.h., ein frisch ausgebildeter Gymnasiallehrer kann am Montag in der Grundschule in Radeberg, am Dienstag in der Mittelschule in Bautzen und am Freitag am Gymnasium in Seifhennersdorf Mathe, Deutsch oder Geschichte mit voller Stundenzahl unterrichten. Damit umgeht Kurth alle Versetzungs- und Abordnungsregelungen. Wer solch ein Angebot annimmt, muss einen hohen Leidensdruck haben und ist spätestens zu Weihnachten total verheizt. Geld statt Stellen, befristetes statt unbefristetes Personal – das sind keine Lösungen für den Generationenwechsel und die wachsenden Schülerzahlen an Sachsens Schulen. Es bleibt dabei: Wir müssen jetzt und in den nächsten Jahren massiv neue Lehrerinnen und Lehrer einstellen, um den Bedarf mittel- und langfristig zu sichern. Und wir müssen die Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer spürbar verbessern, ihre Motivation steigern und des Ansehens des Lehrerberufs erhöhen. Die Staatsregierung ruiniert die Qualität unserer Schule und der Bildung unserer Kinder.“

width=1
zurück