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Datum 14. November 2012
Verfasser Dr. Eva-.Maria Stange

Diskussion zu den Stolpersteinen im Dresdner Westen

Angesichts der am 26. November 2012 stattfindenden Stolpersteinverlegung in der Briesnitzer Max-Sachs-Straße 2 fand heute eine erste öffentliche Veranstaltung zum Thema statt.
Als Expertinnen begrüßte Eva-Maria Stange Frau Dr. Nora Goldenbogen (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Dresden) und Susanne Ritschel (Stolperstein Dresden e.V.). Doch bevor der Informations- und Diskussionsteil begann, gaben die Damen des Chors "Freylax" der Dresdner Volkssolidarität einen kleinen emotionalen Einstieg in die vergangene Welt des bis 1933 sehr aktiven Dresdner Judentums. So sangen sie eine bunte Mischung unterschiedlicher hebräischer, jiddischer und russischer Lieder. Anschließend informierte Frau Ritschel über das Leben und Leiden der Familien Richard Steinhart und Max Sachs. Erstere war eine angesehene Kaufmannsfamilie mit ihrem Geschäft auf der Kesselsdorfer Straße. Aufgrund ihres jüdiaschen Hintergrunds wurden sie enteignet, vertrieben, deportiert und ermordet. Nur ein Sohn konnte mit seiner Frau in die USA fliehen. Die Familie Sachs war dagegen nicht nur jüdischen Hintergrunds, sondern auch sozialdemokrtisch aktiv. Max Sachs wurde 1935 im KZ Sachsenburg zu Tode gefoltert. Seine Frau und die beiden Töchter überlebten. Frau Goldenbogen wies nochmals auf die bewegende und bewegte Geschichte der Dresdner Gemeinde hin und machte zugleich deutlich, wie integriert die ehemaligen jüdischen Dresdner in die Mehrheitsgesellschaft waren. Heute zählt die Gemeinde ca. 700 aktive Mitglieder, wobei die große Mehrheit aus Osteuropa stammt. In der Diskussion wurde immer wieder erwähnt, dass wir auch im Dresdner Westen wesentlich mehr über mögliche Opfer des NS-Regimes recherchieren und erfahren müssen, um ihnen auch durch eine Stolpersteinverlegung unsere letzte Ehre zu erweisen und den Angehörigen einen Ort des Trauerns einzurichten.


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