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Datum 16. November 2012
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Stolpersteine für die Familie Sachs aus Briesnitz

Dr. Eva-Maria Stange, SPD-Landtagsabgeordnete des Dresdner Westens, nimmt als Patin an der Stolpersteinverlegung zum Gedenken an die Familie Sachs am 26. November 2012 ab ca. 13.30 Uhr in der Max-Sachs-Straße 2, 01157 Dresden teil. Davor findet ab 11.30 Uhr ein gemeinsames Mittagessen u.a. mit dem Enkel von Max Sachs statt:
„Mit der Übernahme der Patenschaft über die Stolpersteine für die Ehefrau und die beiden Töchter des Journalisten und ehemaligen SPD-Landtagsabgeordneten Max Sachs möchte ich einen kleinen Beitrag zur Erinnerung und dem Gedenken leisten. Bereits im vergangenen wurde für Max Sachs ein Stolperstein verlegt. (http://saebi.isgv.de/biografie/Max_Sachs_(1883-1935). Vor allem das Schicksal der jüngeren Tochter Klara Sachs/Claire Ehrmann zeigt eindringlich, wie die NS-Horden Jagd auf Personen machten, weil sie einen jüdischen und/oder sozialdemokratischen Hintergrund hatten. Auf Klara Sachs traf beides zu. So war sie nicht nur aus jüdischem Haus, sondern engagierte sich seit ihrer Jugend in einer Briesnitzer sozialdemokratischen Jugendbewegung. Nachdem ihr Vater 1935 zum wiederholten Male gefangen genommen wurde – kurz darauf wurde er im KZ Sachsenburg zu Tode gefoltert – musste auch die jüngere Tochter der Familie Sachs fliehen. Ihr gelang es schließlich, in die USA zu emigrieren. Dort war sie in der Frauenbewegung und bei Amnesty International aktiv. Trotz ihrer dunklen Dresdner Vergangenheit kam sie immer wieder nach Dresden zurück, um ihre Mutter zu besuchen, die – bis sie sich schließlich endgültig nach Bielefeld zurückzog – für einige Jahre abermals hier lebte. Mich bestürzen diese Schicksale auch heute noch und somit möchte ich diese Stolpersteinverlegung auch dazu nutzen, die Menschen hier vor Ort auf das Schicksal unserer ehemaligen und heutigen jüdischen Mitbürger aufmerksam zu machen und niemals zu vergessen, was in ihrer Nachbarschaft geschah. Doch nicht nur das Gedenken ist wichtig, sondern auch die Mahnung, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus, Ausgrenzung Andersdenkender heute entschieden entgegen zu treten. Die wachsende Zahl junger Menschen, die rechtsextremistischen Einstellungen nachlaufen und diese offen vertreten, ist ein beunruhigendes Zeichen für die junge Demokratie in Sachsen. Ganz besonders freue ich mich auch auf den Besuch des Sohns von Klara Sachs und dessen Ehefrau. Bevor wir gemeinsam der Stolpersteinverlegung am letzten frei gewählten Wohnort der Familie Sachs beiwohnen, werden wir im Restaurant `Restaurant zur Oma´ (Cossebauder Straße 15, 01157 Dresden) zu Mittag essen.“ Ab 19 Uhr begrüßt Eva-Maria Stange dann alle Interessierten zu einer Diskussionveranstaltung in ihrem Bürgerbüro. Als Experte wird Dr. Norbert Haase (ehemaliger Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstiftung) einerseits über den NS-Horror gegenüber den Dresdner Juden darstellen und andererseits auch die Projekte "Buch der Erinnerung und Quellen der Erinnerungen" kurz vorstellen. Letzteres ist als Ausstellung in Teilen noch bis Ende des Monats im Bürgerbüro zu besichtigen.

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