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Datum 18. Oktober 2012
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Der November 2012 steht im Zeichen der Stolpersteine

Seit 1992 werden deutschlandweit sogenannte „Stolpersteine“ zur Erinnerung an von den Nationalsozialisten verfolgte, ermordete oder in den Suizid getriebene Menschen vor deren ehemaligen Wohnhäusern verlegt.
Sie sollen den Opfern ihren Namen zurückgeben. Gleichzeitig verdeutlichen sie, dass die Verfolgung und Vernichtung mitten unter uns, in belebten Wohngebieten begann. Bundesweit finden dazu jedes Jahr am 09. November entsprechende Mahnwachen an den bereits verlegten Stolpersteinen statt. In Dresden gibt es mittlerweile 24 solcher Stolpersteine, deren Verlegung stets durch den Dresdner Stolperstein e.V. organisiert wird. In diesem Jahr erfolgt ist der 26. November der zentrale Verlegungstermin (http://www.stolpersteine-dresden.de). Aufgrund der relativ hohen Anschaffungskosten von 120 € je Stolperstein ist der Verein jedoch auf entsprechende Paten angewiesen. Daher beteiligen wir uns in diesem Jahr erstmals als Paten an der Aktion. So unterstützen wir die Verlegung drei weiterer Stolpersteine in der Briesnitzer Max-Sachs-Straße 2. Dort befindet sich das ehemalige Wohnhaus des durch das Nazi-Regime ermordeten Sozialdemokraten Max Sachs. Ihm zu Ehren wurde bereits im vergangenen Jahr ein Stolperstein installiert. Jetzt sollen auch seine Frau und die beiden Töchter geehrt werden. Sie überlebten zwar den Holocaust, wurden jedoch auch massiv schikaniert, verfolgt und teilweise zur Emigration gezwungen. Wer möchte, kann der Verlegung am 26. November d.J. gegen 13.40 Uhr beiwohnen. Doch die Familie Sachs war nicht allein. Auch in Löbtau gab es Betroffene. So musste die Händlerfamilie Steinhardt ihr Geschäft auf der Kesselsdorfer Straße aufgeben. Anschließend wurden einige Mitglieder der Familie inhaftiert und ermordet, andere konnten nach Frankreich bzw. in die USA fliehen. Um die Geschichte dieser und anderer jüdischer Familien entsprechend zu würdigen und die Einwohner des Dresdner Westens mit dem Thema besser bekannt zu machen, finden im gesamten November unterschiedliche Veranstaltungen in Löbtau statt. Der Eintritt dazu ist jeweils frei. Im Bürgerbüro ist dazu ab 01. November an jedem Wochentag eine kleine Ausstellung zu besichtigen. Die ausgestellten Gedenktafeln wurden durch den „Arbeitskreis Gedenkbuch e.V.“ unter Mithilfe der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zusammengestellt und zeigen das facettenreiche und aktive Leben der deutsch-jüdischen Bevölkerung in Dresden bis zur Shoah. Am 14. November 2012 lädt das Herbert-Wehner-Bildungswerk alle Interessierten um 19 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in die Löbtauer Hoffnungskirche (Clara-Zetkin-Straße 30, 01159 Dresden) ein. Über die Schicksale verfolgter und ermordeter Juden in Dresden diskutieren der Historiker Swen Steinberg von der TU Dresden und die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Dresden Dr. Nora Goldenbogen. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Dr. Eva-Maria Stange. Seinen Abschluss findet der Themenmonat am Abend des 26. November 2012 um 19 Uhr ebenfalls im Bürgerbüro. Als Gast empfangen wir dann Herrn Dr. Norbert Haase. Als Historiker und ehemaliger Mitarbeiter der Stiftung Sächsische Gedenkstätten betreute er die Recherchearbeiten des „Arbeitskreises Gedenkbuch e.V.“. Insofern kann er auch präzise über das Leben der betroffenen Familien im Dresdner Westen informieren. Wer das Anliegen der Stolpersteinverlegung für die Briesnitzer Familie Sachs unterstützen möchte, kann hierfür einen Spendenbetrag unter dem Motto „Stolpersteine für Familie Sachs“ an folgendes Konto überweisen: Kontoinhaber: SPD Ortsverein Dresden-West Ostsächsische Sparkasse Dresden Bankleitzahl: 85050300 Kontonummer: 3120194513

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