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Datum 28. August 2012
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Oberschule ist eine FDP-Werbeblase

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt zum Ringen der Koalition um die Oberschule:
"Das neue Schuljahr startet mit weniger Lehrkräften, als das alte endete. Unterrichtsausfall in allen Schularten ist vorprogrammiert oder soll mit schulfremden Personal kaschiert werden. Statt sich dafür einzusetzen, dass endlich Schüler an Mittelschulen und Gymnasien die Fremdsprache erlernen können, die sie lernen wollen, verlangt die FDP die Umsetzung einer ideologischen Werbeblase namens „Oberschule“. Was das konkret sein soll, konnte bis heute kein FDP-Stratege inhaltlich beantworten. In der Mittelschule muss auch - wie im Gymnasium - in Klasse 6 endlich eine zweite Fremdsprache angeboten werden, da sonst die Schüler keine faire Chance haben, auf das Gymnasium zu wechseln. Seitdem unter Steffen Flath (CDU) Kultusminister a.d. in der 6. Klasse der Gymnasien ohne Not die 2. Fremdsprache eingeführt wurde, fordert die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, die Mittelschulen so auszustatten, dass keinem Schüler ein Wechsel versperrt bleibt. Laut Schulgesetz sollen die Klassen 5 und 6 eine orientierende Funktion haben. Die haben sie längst verloren. Dazu bedarf es keines neuen Labels „Oberschule“. Dazu werden ausreichend ausgebildete Lehrkräfte benötigt, die es schon jetzt nicht gibt. Wo will die Kultusministerin plötzlich 56 Fremdsprachenlehrer herzaubern, die sie bis jetzt nicht hatte? Wieso ist es möglich mehr Lehrerstellen für ein rein ideologisch geprägtes FDP-Werbeprojekt zu mobilisieren, als für die Integration von Kindern mit Behinderung, für die erneut nicht eine zusätzliche Stelle im Haushalt steht? Mit der Einführung einer verschärften Bildungsempfehlung durch die schwarz-gelbe Regierung wurde Kindern der Übergang nach Klasse 4 an das Gymnasium erschwert. Wer glaubt, dass dann nach Klasse 6 der große Übergang stattfindet, wurde massiv enttäuscht. Nichts ist bis heute getan worden, um die Durchlässigkeit zwischen Mittelschule und Gymnasium zu erhöhen. Die erfolgreiche Gemeinschaftsschule, die durch die SPD mit breiter Unterstützung der Eltern und Lehrer vor Ort auf den Weg gebracht wurde, wurde mit dem Regierungswechsel 2009 abgewürgt. Stattdessen wird reine Symbolpolitik betrieben, nach dem Motto „Verpassen wir dem kranken Kind doch einen neuen Namen, dann wird es schon gesund!“ Ich bin enttäuscht Frau Kurth, wenn sie als erfahrene Fachfrau dieses Spielchen mit betreiben. Ihr Vorgänger war da standhafter!" Die Kleine Anfrage (Drs.5/8944) ‚Einführung Oberschulen in Sachsen zum Schuljahr 2012/2013‘ ist der Pressemitteilung beigefügt. Damit wird ersichtlich, dass lediglich 21 Prozent (59) der Mittelschulen (einschließlich der Abendmittelschule) derzeit eine zweite Fremdsprache haben.

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