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Datum 12. Juli 2012
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Dresdner Schulen platzen aus allen Nähten

In einer Kleinen Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten, Annekathrin Giegenhack, listet das Staatsminsterium für Kultus (SMK) die derzeitigen Klassenstärke in der Klassenstufe 5 in der SBA-Region Dresden auf.
In der Antwort des SMK wird es ganz deutlich: Schon heute stoßen die Schulen platzmäßig an ihre Grenzen. Vielerorts wird bereits in den Grundschulen die gesetzliche Höchstschülerzahl von 28 Schülern angewandt; und dieser Umstand setzt sich dann an den weiterführenden Schulen bereits ab Klasse 5 fort! So ist ein individuelles Lernen kaum möglich, geschweige denn die Umsetzung der UN-Inklusionsrichtlinie. Und wie die Schulleiter mit Zuzügen oder Querversetzungen (Wiederholung einer Klassenstufe o.ä.) umgehen sollen, bleibt ebenfalls schleierhaft. Diese Entwicklung wird sich infolge des Anwachsens der Einwohnerschaft in den kommenden Jahren - mindestens bis die geplanten Schulen gebaut, erweitert oder saniert worden sind - sogar noch verstärken; das belegen auch die Prognosen der Dresdner Stadtverwaltung im aktuellen Entwurf zum Schulnetzplan 2012. Besonders schlimm erscheint dabei nicht, dass glücklicherweise immer mehr Kinder geboren werden und Dresdner Schulen besuchen, sondern allein die Tatsache, dass weder das SMK noch die Dresdner Schulverwaltung darauf eine entsprechende Antwort hat. Auch der aktuelle Entwurf zum Dresdner Schulnetzplan kann dieses Problem nicht aus der Welt schaffen; höchstens die Symptome etwas abmildern. Die geplanten Schulneubauten, -erweiterungen und -wiedereröffnungen reichen jedenfalls bei weitem nicht aus. Insgesamt muss die Landeshauptstadt ca. 1 Mrd. € in den Schulbau und die Schulsanierung bzw. -instandsetzung investieren (so die zusammengefasste Rechnung des Schulverwaltungsamtleiters Falk Schmidtgen, vgl. SZ vom 10. Juli 2012, S.14). Woher dieses Geld kommen soll, ist unklar - vor allem auch deshalb, weil der Freistaat Sachsen seine Schulbauförderung ggü. den Schulträgern verringerte. Auch im Schuleinzugsbiet Dresden-West sind davon einige Schulen betroffen bzw. gefährdet: Grundschulen: 77. Grundschule Stetzsch, 74. Grundschule Gompitz Mittelschulen: 35. Mittelschule Löbtau-Süd, 36. Mittelschule Löbtau-Nord (Klassenquotient liegt bei 27 Schülern), 138. Mittelschule in Gorbitz ((Klassenquotient liegt bei 27,5 Schülern), Mittelschule Cossebaude Gymnasien: Gymnasium Cotta Um dieses Problem für Dresden zu lösen, braucht es weit mehr Ideen und Ansätze, als der aktuelle Dresdner Schulnetzplanentwurf oder die schwarz-gelbe Schulpolitik im Freistaat bereitstellen. Stattdessen ist eine konzertierte Aktion zwischen Stadt-Freistaat-Eltern- und Schülerschaft-Lehrerschaft nötig. Denn eine qualitativ hochwertige Bildung ist nur dort umsetzbar, wo genügend Platz zum Lernen vorhanden ist. Und schließlich ist Bildung unser aller Grundstein für Wohlstand und Wachstum.

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