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Datum 10. Juli 2012
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Aktueller Entwurf zum Schulnetzplan: Auch nicht ausreichend für den Dresdner Westen

Dr. Eva-Maria Stange, SPD-Landtagsabgeordnete für den Dresdner Westen, appelliert an die Mitglieder des Dresdner Stadtrats, dem 2. Entwurf des Schulnetzplans 2012 nicht zuzustimmen und sich stattdessen für weitere inhaltliche Verbesserung einzusetzen:
"Dresden ist mittlerweile seit einigen Jahren die Geburtenhauptstadt Deutschlands. Das ist einerseits eine Auszeichnung für die Stadt und ihre Menschen, andererseits aber auch eine große Bürde für die Stadtverwaltung und die politischen Entscheidungsträger. Denn um der ansteigenden Kinderzahl in allen Stadtgebieten angemessen zu begegnen, braucht es eine nachhaltige und an den konkreten Bedürfnissen vor Ort ausgerichtete Schulplanung. Auch der Dresdner Westen verzeichnet einen kontinuierlichen Anstieg der Familien. Doch der aktuelle Entwurf zur Fortschreibung des Dresdner Schulnetzplans 2012 wird den damit verbundenen Herausforderungen nicht ausreichend gerecht. Obgleich die Stadtverwaltung zahlreiche Schulneubauten, -sanierungen und -erweiterungen sowohl im Grundschul- wie im Mittel- und Gymnasialbereich einplant, um das Angebot an Schulplätzen zu erhöhen, vernachlässigt sie solche schulkonzeptionellen Aspekte, die für unsere Schullandschaft vor Ort nötig wären und die vonseiten der Bürgerschaft seit Jahren gefordert werden. So werden auch künftig die Klassenräume überfüllt bleiben. Anstatt kleinere Klassen mit max. 25 Schülern und Schulen mit einer geringeren Zügigkeit anzustreben, bleiben Großklassen und Massenabfertigung die Regel. Damit wird man weder den Anforderungen der gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung (Inklusion) noch den Herausforderungen in sozial benachteiligten Stadtteilen wie Gorbitz (135. und 139. GS, 138. MS) und Cotta (37.GS) sowie Löbtau (36. MS) gerecht. Die Grundschulplanung wiederum ist unausgewogen. Einerseits wird die längst überfällige Erweiterung der 74. Grundschule in Gompitz durch einen interfraktionellen Antrag in Ergänzung zum Schulnetzplanentwurf endlich anerkannt. Nun muss eine wirklich verantwortungsbewusste Suche nach einem für den Ausbau erforderlichen Grundstück schnellstmöglich starten. Hier hat sich das anhaltende Drängen der Eltern, Lehrer und Schüler ausgezahlt, wenngleich das Problem noch nicht endgültig gelöst ist. Andererseits ist die anvisierte und ab dem Schuljahr 2013/14 gültige Neuordnung der Grundschulbezirke Cotta 1 und Cotta 2 für viele betroffene Eltern und Schüler aus Altfranken und Neugorbitz eine Katastrophe. Sie würden aus ihrem ehemaligen Schulbezirk Cotta 1 Schüler nach Cotta 2 verschoben und müssten weitaus längere Schulwege auf sich nehmen. Die Altfrankener Kinder dürften dann bspw. nicht mehr nach Gompitz, sondern müssten bis nach Löbtau-Süd zur Schule gehen. Da erscheinen zwei Lösungen sehr viel besser: Einmal sollten die Altfrankener Grundschüler angesichts der generellen Zustimmung zur Zweizügigkeit der 74. Grundschule und des damit ausgeweiteten Platzangebots auch künftig im Gompitzer Einzugsgebiet verbleiben. Ein andermal muss sich Stadt für die Weiterführung der bisherigen mündlichen Vereinbarung zwischen den Städten Dresden und Freital, die den Besuch der Altfrankener Grundschüler in Pesterwitz ermöglicht, einsetzen. Diese Lösung scheint bürgerfreundlicher und wohnortnäher als eine Schulortverlagerung."

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