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Datum 20. Juni 2012
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Kultusministerium verletzt massiv Integrationsverordnung - Keine Integration auf die Kalte

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
"Das Kultusministerium verletzt massiv in Grund- und Mittelschulen die in der Integrationsverordnung festgelegt Höchstgrenze von 25 Schülern pro Klasse bei Aufnahme eines Kindes mit besonderem Förderbedarf. Das belegt die Antwort der sächsischen Staatsregierung auf meine Kleine Anfrage ‚Integration an Grund- und Mittelschulen‘. Diese Art von ‚Integration auf die Kalte‘ schadet dem gesamten Integrationsprozess und beschönigt den tatsächlichen Stand der Integration in Sachsen. Mit vollen Klassen von 28 und mehr Schülerinnen und Schülern und ohne ausreichende Unterstützung von sonderpädagogischen Fachkräften wird es in den meisten Fällen nicht gelingen, ein positives Klima für das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung zu erreichen. Damit wird zwar die Statistik geschönt, aber nicht den Kindern die notwendige individuelle Förderung zuteil. Der sich zuspitzende Lehrermangel besonders an Grund- und Mittelschulen im kommenden Schuljahr verschärft das Problem. Hinzu kommen die fehlenden sonderpädagogischen Fachkräfte aus den Förderschulen zur Integrationsunterstützung, da an den Förderschulen schon heute durchschnittlich 6 Prozent des Unterrichts ausfallen. Kinder mit einer Behinderung sollen laut UN-Behindertenrechtskonvention das Recht erhalten, in einer wohnortnahen Grund- oder Mittelschule bzw. an einem Gymnasium gemeinsam mit anderen Kindern zu lernen, statt in Sondereinrichtungen wie den Förderschulen unter sich zu bleiben. Dazu müssen allerdings die Rahmenbedingungen entsprechend umgestaltet werden. Auch das vom Kultusministerium vorgelegt Maßnahmepaket lässt nicht erkennen, wie die Staatsregierung personelle und materielle Voraussetzungen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen will." Antwort der Staatsregierung auf die Kleine Anfrage "Integration an Grund- und Mittelschulen" (Drucksache 5/8945)

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