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Datum 01. Januar 2009
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Kürzungswahn bei Lehrerstellen unverantwortlich - Bildungspaket entpuppt sich als Sparpaket

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
"Während schon aktuell in den Grundschulen der reguläre Unterricht nicht mehr abgesichert werden kann, in den Förderschulen bis zu einem Viertel des Unterrichts ausfällt und Ganztagsangebote vollkommen unter den Kürzungshammer gekommen sind, plant die Landesregierung unter der Führung des Rotstifts eines Spar-Duos mit Namen Tillich-Unland weitere Lehrerstellenkürzungen in den Schulen. Diese Landesregierung spart die Zukunft ihrer Kinder und Enkel weg. Die Schulschließungen und Stellenstreichungen der vergangenen Jahre haben das Schulsystem in Sachsen derart verdichtet und atemlos gemacht, dass schon der Beginn des Generationswechsels in den Klassenzimmern zu einer Unterrichtsausfalllawine führt. Das sogenannte Bildungspaket wird die Probleme nicht lösen, schon gar nicht, wenn kurz nach seiner Verabschiedung der Streit über die Zahl der Einstellungen in der Regierung entflammt. Es geht schon längst nicht mehr um Qualität oder gar eine inhaltliche Weiterentwicklung wie z.B. das gemeinsame Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern, den Ausbau von Ganztagsschulen oder eine bessere Förderung von leistungsschwächeren Schülern. Viele Schulleiter und auch die für die Lehrerversorgung zuständige Bildungsagentur versuchen an dem viel zu kurzem Tuch zu ziehen und so das Drama noch ein paar Monate unter der Decke zu halten. Zurecht gehen die Eltern auf die Barrikaden, sehen sie doch die Chancen ihrer Kinder durch Unterrichtsausfall massiv gefährdet in einem Schulsystem, in dem nur Leistung zählt zum Beispiel beim Sprung auf Gymnasium. Wer da keinen Förderunterricht in der Grundschule bekommen oder in der Mittelschule keine zweite Fremdsprache lernen konnte, gehört zu den Verlieren. Zu verantworten hat das eine Landesregierung, der die gefüllt Schatulle für die Risiken einer Landesbank wichtiger ist, als die Bildung der Landeskinder. Dass der Kultusminister und sein unter Druck geratenes Ministerium den viel zu späten Ungehorsam proben, ist in Anbetracht des unverantwortlichen Spar-Duos Tillich-Unland mehr als verständlich. Der Kultusminister ist offenbar vollkommen überfordert und hat das Problem viel zu lange ausgesessen. Schon bei der Haushaltsaufstellung Ende 2010 war klar, dass die beschlossenen Stellenkürzungen nicht umgesetzt werden können. Der Druck wird in den kommenden Jahren weiter wachsen, wenn der von der Landesregierung geplante Stellenabbau von ca. 4.000 Stellen auf 24.500 Lehrerstellen bis 2020 tatsächlich durchgezogen wird. PISA adé!"

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