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Datum 17. April 2010
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

In Sachsen entscheidet bisher vor allem die soziale Herkunft über den Zugang zum Gymnasium

In der SZ-Ausgabe vom 17./18. April (S.6) zeigt Dr. Eva-Maria Stange die Gründe auf, warum es falsch ist, den Zugang zum Gymnasium in Sachsen wieder zu erschweren. Sie widerspricht damit den Ausführungen des Sächsischen Staatsministers für Kultus, Prof. Roland Wöller (CDU):
Internationale Studien haben bewiesen, dass in keinem anderen entwickelten Industrieland die soziale Herkunft so gravierende über den Bildungserfolg entscheidet wie in Deutschland. Auch in Sachsen sind die Chancen eines Akademikerkindes 2,8-mal höher, das Abitur zu erreichen, als die eines Kindes aus (Bildungs-)armen Verhältnissen - bei gleicher Leistung! Das hat seine Ursache vor allem darin, dass wir die Weichen in der Bildung viel zu früh stellen. Soziale Benachteiligung kann in vier Jahren Halbtagsschule nicht abgebaut werden. Gewinner dieser frühen Auslese sind allein sozial Bessergestellte. Wer einmal das Gefühl des Verlierers vermittelt bekommt, dem hilft auch nicht, dass er nicht mehr in eine Mittelschule sondern eine "Oberschule" geht. Im Gegenteil, ihm wird in Klasse 6 noch einmal vor Augen geführt, dass er nicht zu den "Guten" gehört.Bis zum möglichen Übergang an ein berufliches Gymnasium haben zu viele Mittelschüler längst das Vertrauen in die eigene Leistung verloren. Andere Länder beweisen, dass nicht die Auslese, sondern das gemeinsame Lernen in einer neuen Schulkultur das vorhandene Bildungspotential hebt. Dazu brauchte Sachsen nur die Gemeinschaftsschulen als Vorbild für die Oberschule nehmen.

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