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Datum 01. Januar 2009
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Wie durchlässig und integrativ ist das Sächsische Schulsystem, Herr Wöller?

Dr. Eva-Maria Stange befragt mit zwei Kleinen Anfragen die Sächsische Staatsregierung zur Durchlässigkeit (Drs 5/594) und zur Integration (Drs 5/593) im Sächsischen Schulsystem.
"Ein Schulsystem, dass die Schüler bereits nach Klasse 4 auf verschiedene Schulformen - Mittelschule, Gymnasium, Förderschulen - aufteilt, muss, wenn es ein Mindestmaß an Bildungsgerechtigkeit umsetzen will, Durchlässigkeit nach oben gewährleisten. Kinder, die mit zehn Jahren die Hürde der Bildungsempfehlung für das Gymnasium noch nicht nehmen, müssen in so einem System zu jedem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit des Wechsels haben. Die Anfrage zur Durchlässigkeit soll Klarheit darüber verschaffen, ob das Sächsische Schulsystem diesen Wechsel ermöglicht und in welchem Umfang davon Gebrauch gemacht wird (Drs 5/594). Für die Entwicklung der Kinder wäre es allerdings besser, wenn nicht bereits in diesem frühen Alter eine Festlegung der Bildungslaufbahnen erfolgen würde. Gemeinsam Lernen, wenn möglich mindestens bis zur Klasse 8, sollte für alle Kinder gelten, auch für die, die einen besonderen Förderbedarf wegen körperlicher oder psychischer Beeinträchtigungen benötigen. Die erst vor wenigen Monaten von der Bundesregierung unterzeichnete UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung verlangt auch von Sachsen, verstärkt dafür Sorge zu tragen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam (inklusiv) lernen und aufwachsen. Wie will eine Gesellschaft das Zusammenleben aller Menschen als Erwachsene befördern, wenn sie bereits im frühen Kindesalter Menschen mit unterschiedlichen individuellen Besonderheiten in verschiedene Schulen oder bildlich ausgedrückt in verschiedene Schubkästen einteilt? Die zweite Kleine Anfrage (Drs 5/593) soll daher aufzeigen, wie weit Sachsens Schulen schon heute Kinder mit besonderem Förderbedarf integrieren und welche Voraussetzung seit dem Jahr 2000 für eine verstärkte Integration an den Schulen geschaffen wurden."

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