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Datum 01. Juli 2014
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Droht Sachsen ein Lehrernotstand

Wenn die schwarz-gelbe Staatsregierung nicht schleunigst handelt, dann ja! Bisher sieht es aber leider nicht so, als wenn das Kabinett Tillich den Ernst der Lage wirklich erkannt hat.
Tas Thema "Schuljahresstart/Lehrerversorgung" ist aktuell eines der brisantesten politischen Themen. Neben den viel zu geringen Einstellungen von Lehrkräften im Verhältnis zu den wachsenden Schülerzahlen (besonders in den Großstädten; +4.400) ist auffällig, dass nahezu die Hälfte(360)der eingestellten Lehrkräfte auf bis zum 31.07.2015 befristeten Stellen sitzt. Damit können sie jederzeit wieder abgebaut werden kann! Aber Warum? Die Schülerzahlen wachsen bis 2022 weiter an (ca. 20.000 mehr), d.h. wir brauchen bei mehr zu betreuenden Schülern auch mehr Personal. Von dem nötigen Generationswechsel ganz zu schweigen. Stattdessen geht die Staatsregierung mit den 1.505 Bewerbungen völlig inaktzeptabel um, indem sie nur 415 unbefristete Einstellungen plant. So verscheucht man seinen Lehrernachwuchs. Daher muss man allen Bewerbern eine dauerhafte Einstellung anbieten. Nur so bleiben auch die Besten in Sachsen und eventuell auch auf dem Land. Schon in diesem Schuljahr 2013/14 sind 620 Lehrkräfte lediglich befristet beschäftigt. Nur 380 werden davon unbefristet eingestellt, allerdings nicht zusätzlich, denn sie haben ja bereits unterrichtet und sind verplant. Dazu kommen immer noch die Personen (nicht immer Lehrer), die über das Programm Unterrichtsversorgung zeitweilig beschäftigt werden. `Hire and fire` - nennen Gewerkschafter diese Praxis, die es bisher nur in unsozialen Unternehmen gabe. Sie hat jetzt auch in Sachsens Schulen verstärkt Einzug gehalten. Damit ist kein qualitativ guter, stabiler Schulalltag oder gar ein nachhaltiges Schulkonzept zu gestalten. Ganz zu schweigen von der Bindung junger Lehrkräfte für den einsetzenden großen Generationswechsel ab 2016/17, wenn jährlich mehr als 1.000 LK die Schule verlassen.

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