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Datum 24. Mai 2013
Verfasser Dr. Eva-Maria Stange

Unterrichtsausfall trifft die Schwächsten - Fehlende Lehrkräfte führen zur Streichung der Förderung

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt zu den Antworten ihrer Kleinen Anfrage „ Unterrichtsausfall und Programm ‚Unterrichtssicherung‘“ (Drs. 5/11768):
"Die Zahlen sind erschreckend. Die individuelle Förderung der Schüler und Schülerinnen kommt bereits mit dem Schulanfang deutlich zu kurz. Bereits in der 1. Klasse , sind im ersten Halbjahr 2012/13 mehr als 16 Prozent des Anfangsunterrichts, der zur differenzierten Förderung in der Schuleingangsphase dient, ausgefallen. Jede 10. Stunde, die eigentlich für Förderunterricht in Klasse 5 und 6 an Mittelschulen und Gymnasien vorgesehen ist, fällt dem Lehrermangel zum Opfer. Ab dem Schuljahr 2013/14 sollen nach dem Willen von CDU und FDP in der „Oberschule“ (neuer Name für die Mittelschule) für „besonders leistungsbereite“ Schüler Leistungsgruppen mit je zwei Stunden eingeführt werden. Hier bleibt abzuwarten, ob dann mehr Förderung für die Schwachen oder mehr für die Starken ausfällt oder am Ende beides. 9.000 Stunden von ca. 33.000 für die besondere Sprachförderung von Migrantenkinder (Deutsch als Zweitsprache) konnten nicht angeboten werden. Diese Defizite verzögern die Bildungsprozesse oder machen sie teilweise unmöglich. Besonders dramatisch ist die fehlende, laut Stundentafel aber vorgesehene, individualisierte Förderung an den Förderschulen: Acht Prozent fallen planmäßig, also seit Beginn des Schuljahres und neun Prozent außerplanmäßig aus. Damit werden die Schwächsten im Bildungssystem weiter abgehängt. Seit Beginn des Schuljahres wird verstärkt mit dem Einsatz von befristet Beschäftigen - mit oder ohne pädagogische Qualifikation - versucht die größten Lücken zu schließen. Monatlich sichern bis zu 100 Personen über Zeitverträge den Unterricht allein an den Grundschulen ab. Besonders in den Großstädten Dresden und Leipzig ist das ein besorgniserregendes Signal für die Unterversorgung der Schulen. Die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag fordert von der Landesregierung endlich zu erkennen, dass mehr Lehrereinstellungen bereits ab im kommenden Schuljahr erfolgen müssen. Die Förderung vor allem der schwächsten Schülerinnen und Schüler darf kein Opfer verfehlter Personalpolitik bleiben. Jeder Schüler, der die Schule ohne anerkannten Schulabschluss verlässt ist ein Verlust. Heute ist es bereits jeder 10. Schulabgänger. Da helfen auch keine Sondermaßnahmen ab Klasse 7 oder 8, wenn bereits der Anfangsunterricht und die Förderung der deutschen Sprache zu kurz kommen.“ Die Kleine Anfrage ‚Unterrichtsausfall und Programm Unterrichtssicherung‘ (Drs.5/11768) ist unter folgendem Link abrufbar: http://edas/viewer.aspx?dok_nr=11768&dok_art=Drs&leg_per=5&pos_dok=2

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