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Datum 18. Februar 2013
Verfasser Dr. Eva-Maria Stang

Keine Lehrer mehr für Lernen im Archiv - Kultusministerium reißt neue Löcher um alte zu stopfen

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
„Zukünftig wird es keine Möglichkeit mehr geben, Schülerinnen und Schülern im Geschichtsunterricht die Arbeit mit Originaldokumenten und Archivmaterial unmittelbar u.a. im Hauptstaatsarchiv zu vermitteln. Die dafür erforderlichen Lehrkräfte wurden mit Beginn des Schuljahres 2012/13 in den Unterricht zurückbeordert. Dort sollen sie die Lücken schließen, die durch fehlende Lehrereinstellungen entstanden sind. Dabei handelt es sich lediglich um vier Lehrkräfte, die allerdings allein im Schuljahr 2011/12 mehr als 3.000 Schülerinnen und Schülern und über 600 Lehrkräften in 236 Veranstaltungen Kompetenzen im Umgang mit Archivmaterial vermitteln konnten. Wie aus einer Kleinen Anfrage hervorgeht, ist das Staatsarchiv nicht in der Lage diese Lücke zu schließen. Somit wird ein wichtiger Baustein der Geschichtslehrpläne nicht mehr umgesetzt werden können. Das Kultusministerium reißt aber nicht nur an dieser Stelle Löcher, um den Unterrichtsausfall zu minimieren. Auch die Evaluierung der Qualität der Schulen muss mangels Personal gestreckt werden und die medienpädagogische Arbeit wird gedrosselt. Schule wird in Sachsen immer stärker durch das Kultusministerium nur noch verwaltet statt inhaltlich und qualitativ gestaltet. So kann man die Bildung auch in den Ruin treiben. Die Staatsregierung muss endlich erkennen, dass zu wenige Lehrkräfte für die Absicherung einer qualitativ hochwertigen Bildung an Sachsens Schulen vorhanden sind. Die Altersabgänge werden das Problem in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Aus Löchern werden dann Krater in der Bildungspolitik.“ Die Antworten der sächsischen Staatsregierung auf die Kleinen Anfragen „Aufhebung von Lehrerabordnungen‘“ (Drucksache 5/11068) und „Archivpersonal im Hauptstaatsarchiv“ (Drucksache 5/11069) liegen dieser Pressemitteilung bei.

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